Worum es geht

New York, zu Beginn der 90er: Mark Cohen will einen Film über sein Leben in der Lower East Side drehen. Sein Mitbewohner Roger Davis will ein Lied schreiben, mit dem er in Erinnerung bleibt, wenn er bald an HIV stirbt. Als er die Nachtclubtänzerin Mimi Marquez kennen lernt, schöpft er neue Hoffnung für sein Leben, doch als die Beziehung zerbricht, landet Mimi auf der Straße. Ihr Freund Benjamin Coffin III hat sich soeben in die Oberschicht eingeheiratet, das Haus, in dem die Beiden wohnen, gekauft und will erst die Miete kassieren und es dann zu einem Cyberarts Studio umbauen. Tom Collins verliebt sich in die Drag Queen Angel, doch bald schon stirbt sie an HIV. Die Künstlerin Maureen demonstriert mit ihrer Performance gegen die Verteilung der Obdachlosen und führt eine konfliktreiche Liebesbeziehung zu Anwältin Joanne.

Gemeinsam durchleben sie ein Jahr voll Hochs und Tiefs, voll mit Liebe, Trauer, Freude und Schmerz, und sie erkennen, dass es nur darauf ankommt, jetzt den Moment voll zu leben.

Mitwirkende

Ensemble
Roger DavisPascal Fehst · Sergej Feller
Mark CohenSilko Harbich · Mark Wiedermann-Gralla
Mimi MarquezJaline Horst · Janina Zessin
Angel Dumott SchunardFlorian Moll · Jimmy Howard
Tom CollinsAndreas Gerhard · Robin Lautenbacher
Maureen JohnsonAnna Rühl · Anja Mischutin
Joanne JeffersonVanessa Latendorf · Wiebke Dross
Benjamin Coffin IIIPhil Möhler
Mrs. CohenCharlene Schön
Mr. JeffersonNils Friedchen
Mrs. JeffersonIsabel Derichs
Alexi DarlingXenia Stieger
Mrs. MarquezJihan Belhoula
GordonNils-Patrik Gombert
Paul, Mr. GreyChristian Huttel
Steve, KellnerPhilipp Strauss
AliVeronika Kiselev
PamAda Wiedermann-Gralla
Sue, Mrs. DavisSvenja Göbel
Frau in DeckenAlice Caetano
Dealer/»Der Mann«/PastorGregor Reuschling
ObdachloseIsabel Derichs · Nils Friedchen · Oliver Huttel · Anne Schäfer · Xenia Stieger · Jenny Wollny
PolizistenSvenja Göbel · Christian Huttel · Marek Steinbach · Ada Wiedermann-Gralla
HändlerNils-Patrik Gombert · Veronika Kiselev
In weiteren Rollen

Sara Belhoula · Miriam Caetano · Lea Havekost · Mirjam Havekost · Benedikt Helmer · Helena Hild · Bogdan Hoppe · Evelin Hoppe · Janika Koch · Mirjam Lerch · Nadin Sarajlic · Marek Steinbach · Jessica Vonthin

Band
Musikalische LeitungElija Kaufmann
KeyboardAndreas Gerhard · Elija Kaufmann · Lea Rauber · Marcel Rudert
GitarreKaspar Felix Käding · Marcel Rudert · Christian Ziegler
BassNiels Dietrich
SchlagzeugJan-Niclas Münch
Kreativteam
RegieJennifer Paroci · Franziska Ritz · Antonio Sasso · Martin Schmidt
Musikalische LeitungElija Kaufmann
ChoreographieNathalie Christian
Chorleitung & GesangseinstudierungBettina Kühn · Annette Hecht
LichtdesignMerlin Bähr
VideoAntonio Sasso & Lennart Reuschling
KostümJohanna Hofmann
BühnenbildMichel Honold
Produktion
RequisiteAnnika Honold (Leitung) · Layla Hutz (Leitung) · Laura Dietz · Corinne Kleber · Johanna Komesker · Laura Schneider · Judith Sievers · Lena Triebert
MaskeJohanna Daube (Leitung)
KostümJohanna Hofmann (Leitung) · Jenny Wollny
TechnikJohannes Adelmann · Merlin Bähr (Licht) · Michel Honold (Projektionen) · Erik Offenbach (Ton) · Georg Schneider
Produziert vonMichel Honold · Florian Ostertag · Marcel Rudert · Christian Ziegler
Technische LeitungMerlin Bähr
FundraisingMoritz Feuerbach · Anne Schmitt
PR & MarketingBettina Kühn · Michel Honold

Die Musicalgruppe der Goetheschule Wetzlar hat am Mittwochabend im Rahmen der Festspiele einmal mehr begeistert. Knapp 1000 Zuschauer kamen in die fast ausverkaufte Stadthalle. Deutschlands älteste Amateurgruppe setzte sich bei der Premiere des Musicals »Rent« mit brisanten Themen wie Homo- und Transsexualität, Drogensucht und Aids auseinander.

Wetzlarer Neue Zeitung · 22.06.2013

Humorvoll, wild, dramatisch und zugleich mit philosophischen Anklängen bringt das neue Regieteam (Antonio Sasso, Franziska Rietz und Jennifer Parocci) das bekannte Musical vor einer imposanten Kulisse (Bühnenbild: Michel Honold) auf die Bühne. Das hervorragende Orchester unter der souveränen Leitung von Elija Kaufmann ist im Dauereinsatz, da reine Dialoge kaum vorkommen.
Die Dynamik des Stückes wird unterstützt durch das mehrdimensionale Spiel der Darsteller und das gleichzeitige Ablaufen verschiedener Szenen. Durchdachtes Kostümdesign (Johanna Hofmann) kontrastiert gekonnt die triste Welt der New Yorker Obdachlosen mit der zum Teil schrillen Welt der Künstler, wobei vor allem die Rolle der Aktivistin und Protestführerin Maureen (Anna Rühl) heraussticht, die das Publikum sogar dazu animiert, mit ihr zu »muhen«.

mittelhessen.de · 21.06.2013

»Rent« ist kein Musical, das mit viel Tamtam und großer Ausstattung daherkommt. »Rent« ist auch kein Musical, das eine kunterbunte Geschichte liefert, die das Publikum bei Laune hält. »Rent« ist ein Musical mit Ecken und Kanten, ein Kammermusical, bei dem sich die Handlung auf einige wenige Charaktere konzentriert. Und auch wenn dieses Stück oft sehr »einfach« und beschwingt wirkt, ist es doch unendlich schwer, die teilweise sehr komplexen Charaktere rollendeckend darzustellen. Eben deshalb verdient es Respekt, dass sich die Goetheschule Wetzlar an diese Herausforderung heranwagt. [...] Tatsächlich platzt die Bühne teilweise aus allen Nähten, beispielsweise am Ende vom ersten Akt im Life Café. Doch das entpuppt sich bei den Ensemblesongs als Glücksfall. Da der Chor seine Sache gut macht, klingen »La Vie Boheme« und der Opener des zweiten Akts (»Lass dein Maß die Liebe sein«) gewaltig.
»Rent« ist kein Musical, das für Amateure leicht zu stemmen ist. Aber das zentrale Plädoyer für Freundschaft und Toleranz ist in den Händen eines Schüler-Ensembles bestens aufgehoben. Alleine schon deshalb ist es erfreulich, das Stück nun in Wetzlar zu sehen.

musicalzentrale.de · 20.06.2013

Die Schüler und Schülerinnen haben sehr gute Leistungen abgeliefert, obwohl sie erst am Tag der Premiere in die Stadthalle umziehen mussten. [...] Einzelne Stimmen haben sehr herausgestochen und brilliert, wie die Solostimmen bei »Lass dein Maß die Liebe sein« oder auch Joanne, eine der Hauptrollen des Stückes. Es lohnt sich, dieses Musical zu besuchen!

Eventim.de Fanreport von Honest · 23.06.13

Vorwort

Liebes Publikum,

Herzlich Willkommen zur 32. Produktion der Musicalgruppe der Goetheschule Wetzlar. Rent ist ein Stück voller Hoffnung, trotz der Umstände, mit denen unsere Hauptpersonen zu kämpfen haben – sei es Intoleranz, Armut, Drogen, Versagen oder Eifersucht – ohne Reue zurückzuschauen und tapfer weiter in die Zukunft gehen zu können.

»In was bemisst du ein Jahr deiner Zeit?« ist die Frage, die sich im Grunde jeder stellen kann. Wie misst man ein Jahr voller Ereignisse, ob gute oder schlechte, adäquat? In den Stunden, die wir mit unseren Liebsten verbracht haben? In den wenigen Urlaubstagen, die uns von unserem Arbeitsalltag bleiben? In den Rechnungen, die wir fast täglich in unseren Briefkästen finden?

Für jeden Beteiligten unserer Gruppe, sei es Darsteller, Maske, Kostüm, Requisite, Band, Technik, Produktionsleitung oder Regie, wird sich diese Frage am einfachsten mit »Arbeit« beantworten lassen. Ein Jahr lang – oder besser: 525.600 Minuten – haben wir an Rent gearbeitet und freuen uns nun Ihnen heute Abend das fertige Stück präsentieren zu dürfen. Dabei sind viele über sich hinausgewachsen und haben etliche Stunden ihrer freien Zeit neben Schule, Studium, Ausbildung oder Arbeitsstelle in die Arbeit an dieser Produktion investiert.

Und wie in jedem Jahr wäre auch diese Produktion nicht möglich ohne die großzügige Förderung durch Sponsoren und die Unterstützung durch die Stadt Wetzlar, die Wetzlarer Festspiele, die Albert-Schweizer-Schule, die Volkshochschule Wetzlar, den NKB und viele weitere. Allen, die uns in diesem Jahr unterstützt haben, gebührt an dieser Stelle unser Dank.

Was bleibt, sind die Erinnerungen, die wir alle mit diesem Jahr verbinden. Die Freundschaften, die während der vielen Proben neu entstanden sind oder sich gefestigt haben, die Erfahrungen, die jeder Einzelne der Gruppe mit nach Hause nimmt, und die neu gewonnen Fähigkeiten, die alle Schülerinnen und Schüler in ihrer verbleibenden Schulzeit und darüber hinaus begleiten werden.

Wenn nun gleich die Lichter gedimmt werden, die Musiker ihren Platz einnehmen und die Türen geschlossen werden, sind es letztendlich Sie, unsere Zuschauer, die mit ihrem Applaus alle Beteiligten für ein Jahr harter Arbeit belohnen. Wir hoffen, dass Sie nach diesem Abend voller Freundschaft, Liebe, Kampfgeist, Toleranz und dem festen Glauben an die eigenen Träume für sich die Fragen »Wie misst man ein Jahr?« beantworten können.

Nun wünschen wir Ihnen viel Vergnügen mit Rent

Regie und Produktionsleitung im Juni 2013

Handlung

New York, 24. Dezember: In einer Industrieetage im East Village wohnen die Freunde Mark und Roger ohne Heizung und mit Strom aus einem Verlängerungskabel.

Von Weihnachtsstimmung ist allerdings nicht zu spüren: Der Vermieter Benny verlangt die Miete, obwohl er ihnen einst versprach, dort kostenfrei wohnen zu dürfen. Ihr Freund Tom Collins wird auf dem Weg zu ihnen überfallen und von Angel gefunden.

Marks Ex-Freundin Maureen, die ihn für die Anwältin Joanne verlassen hat, veranstaltet eine Protest-Aktion gegen die Räumung des Hauses und die Vertreibung der Obdachlosen. Benny bietet seinen ehemaligen Freunden kostenfreies Wohnen an, wenn sie Maureen von ihrem Protest abhalten, doch Mark und Roger lehnen ab. Mark hilft sogar, Maureens Equipment zu reparieren und tauscht dabei mit Joanne Beziehungserfahrungen aus. Unterdessen kommt es zu einem Flirt zwischen Roger und der Nachtclubtänzerin Mimi. Doch Roger reagiert verhalten und als sie mit ihm ausgehen möchte, setzt er sie unsanft vor die Tür. Dennoch kommt er abends zu ihrer Show, entschuldigt sich bei Mimi und lädt sie ein.

Maureens Protest-Aktion wird bejubelt und das Künstlerleben wird anschließend im Life Cafe gefeiert. Benny sperrt Mark und Roger aus ihrer Wohnung aus und auf den Straßen kommt es noch während der Feier zu Protesten. Roger erfährt, dass Mimi ebenso wie er AIDS erkrankt ist. Endlich schaffen es beide, über sich zu sprechen und finden zueinander.

Am Silvesterabend brechen Mark, Roger, Mimi, Maureen, Joanne, Collins und Angel in die durch Benny verschlossene Wohnung ein. Auf dem Anrufbeantworter findet Mark ein Job-Angebot der Fernsehsendung »Newsflash«, ist sich jedoch unsicher, ob er annehmen soll. Benny taucht auf, zeigt sich sehr versöhnlich und berichtet, Mimi habe ihn umgestimmt.

Am Valentinstag zerstreiten sich Maureen und Joanne, weil ihre Vorstellungen von ihrer Beziehung nicht zusammenpassen. Auch Roger und Mimi haben Streit wegen Mimis Verhältnis zu Benny und ihrer Drogensucht. Die Beziehungen der Paare gehen in die Brüche. Angel wird immer schwächer und stirbt kurz vor Halloween.

Die ganze Gruppe scheint zu zerfallen: Mark nimmt das Jobangebot von »Newsflash« an. Roger hat seine Gitarre verkauft, um nach Santa Fe zu fahren, auch wenn Mark versucht ihn umzustimmen. Zur gleichen Zeit verschwindet Mimi spurlos. Roger erkennt jedoch in Santa Fe, dass er sein Lied nur in Mimi finden kann und kehrt nach New York zurück. Auch Mark wird klar, dass er mit seinem neuen Job seine Ideale verraten hat.

24. Dezember: Ein Jahr ist vergangen; Mark hat seinen Film vollendet und ist bereit ihn zu zeigen. Auch Collins ist wieder da, jedoch ist Mimi noch immer verschwunden. Als Maureen und Joanne die offenbar sterbende Mimi hereinbringen, singt Roger ihr sein Lied vor, in dem er erklärt, dass das große Lied, das er vor dem Ende finden wollte, sie selbst war. Unerwartet erwacht Mimi wieder. Endlich zeigt Mark seinen Film.

Personen in Rent

Roger Davis
Seine Zeit als erfolgreicher Rockstar endete, als seine Freundin sich umbrachte und ihm die Nachricht »Wir haben AIDS« hinterließ. Seitdem hat Roger einen Drogenentzug gemacht und ist vollkommen fokussiert darauf ein letztes, großes Lied zu schreiben.

Mark Cohen
Von seiner Familie in Scarsdale zog Mark nach New York, um dort Filme zu drehen. Die Anrufe von seiner besorgten Mutter lässt er lieber vom Anrufbeantworter abfangen. Nach einigen nicht zufriedenstellenden Werken widmet sich Mark einem neuen Dokumentarfilm.

Mimi Marquez
Ihren Lebensunterhalt verdient sie sich als Tänzerin im Cat Scratch Club. Mimi ist drogenabhängig und HIV positiv. Mit ihren gerade mal 19 Jahren sind Sorgen ihr schon zu gut vertraut, doch sie will das Leben bis zum Ende so intensiv leben wie nur möglich.

Tom Collins
Computergenie, Anarchist, der nackt durch den Parthenon gelaufen ist, und ehemaliger Dozent für Philosophie. An der Universität flog er wegen seiner Theorie der Actual Reality raus. Collins, wie er von seinen Freunden genannt wird, hat AIDS.

Angel Dumott Schunard
Straßenmusikerin und Drag-Queen. Zwar ist Angel an AIDS erkrankt, nichtsdestotrotz nimmt er/sie das Leben, wie es kommt und ist nicht nur talentiert, sondern auch großzügig gegenüber jedem. Angel besucht regelmäßig eine Selbsthilfegruppe.

Joanne Jefferson
Eine erfolgreiche und vielbeschäftigte Anwältin, die notfalls auch mit drei Telefonen jonglieren kann. Zuverlässigkeit, Ehrlichkeit und Genauigkeit bedeuten Joanne viel, und obwohl Maureen doch das komplette Gegenteil davon ist, sind beide ein Paar.

Maureen Johnson
Spitzt sie die Lippen, zieht die Performancekünstlerin Mann wie Frau in den Bann, sie kann gar nicht anders. Maureen lebt für die Bühne, für ihre politischen Aktionen und protestiert darin gegen die Vertreibung der Obdachlosen – und dagegen, ihren Auftrittsort zu verlieren.

Benjamin Coffin III
Früher lebte er im selben Haus wie Mark und Roger. Doch Benny heiratete die reiche Allison Grey aus Westport und ist nun Besitzer des Gebäudes, in dem Mark und Roger wohnen. Seine Pläne, dort ein Cyber-Arts-Studio zu errichten, finden allerdings nicht die Zustimmung seiner ehemaligen Freunde.

Hintergrund

Bereits während seines Theater-Studiums begann Jonathan Larson (*4. Februar 1960; † 25. Januar 1996) zu komponieren. Nach dem Abschluss seines Studiums zog er nach New York, nahm einen Job als Kellner an und widmete sich dem Schreiben von Musik. Lange Jahre lebte er in einer kleinen Künstlerwohnung in New York – ähnlich wie Mark und Roger. Doch seine Stücke, wie etwa Superbia oder der autobiographische Rock-Monolog Tick, Tick… BOOM!, erzielten alle nie den erhofften Erfolg. Schließlich begann er die Arbeit an Rent, basierend auf der Oper La Bohème von Giacomo Puccini. Sein großes Vorbild war zudem das Musical Hair, denn so wie Hair Amerika im Rausch der Hippiebewegung darstellt, so sollte Rent eine Darstellung der 90er sein. Larson verarbeitete viele persönliche Erfahrungen und aktuelle Phänomene wie Drogen, Obdachlosigkeit, Homosexualität oder Aids und Eindrücke beim Besuch einer Selbsthilfegruppe. Seinen an Aids verstorbenen Freunden setzte er ein Denkmal, indem er den Mitgliedern der Selbsthilfegruppe in Rent ihre Namen gab, wie beispielsweise Gordon und Pam.

Für Jonathan Larson ging ein Traum in Erfüllung, als 1994 die ersten Workshops zu Rent stattfanden. Und endlich kam es 1996 zur Hauptprobe des fertigen Stücks vor Publikum im New York Theatre Workshop. Bereits die Proben wurden bejubelt und versprachen endlich den lange erhofften Erfolg. Ein Versprechen, das sich bewahrheitete; Jonathan Larson konnte dies jedoch nicht mehr erleben. In der Nacht vor der ersten Voraufführung starb er zuhause an einem Aortenaneurysma. Trotz der vollkommen unerwarteten Wendung fand die Preview am folgenden Tag im Einvernehmen aller Akteure und nur für Jonathan Larsons Familie und Freunde als Gedenkfeier in Form einer konzertanten Aufführung statt. Sie wurde zu einem sehr persönlichen Erlebnis für alle Beteiligten, das die weitere Entwicklung des Stücks prägte.

Aufgrund des enormen Erfolges der Premiere am 13. Februar 1996 schaffte Rent noch im selben Jahr den Sprung an den Broadway und lief dort bis einschließlich 2008, womit es zu den Stücken mit der längsten Spielzeit gehört. Es wurde mit vier Tony Awards, dem Pulitzer Preis und zahlreichen anderen Auszeichnungen geehrt. Die letzte Vorstellung am Broadway wurde aufgezeichnet und veröffentlicht.

Noch immer sind viele der Themen des Stücks aktuell. Nach wie vor erreicht Rent viele Menschen und ermutigt diese, ihren Traum, sei er auch noch so eigenwillig, im Hier und Jetzt zu leben.

Begriffe in Rent

AIDS
»Acquired immunodeficiency syndrome«. Eine Reihe von Infektionen, die durch den HI-Virus (Human immunodeficiency virus) verursacht werden, der Zellen des Immunsystems zerstört, sodass der Erkrankte anfällig für lebensbedrohliche Infektionen und Tumore wird. Der Virus wird übertragen durch sexuellen Kontakt, Blut, Nadeln, die Drogenabhängige sich teilten oder von einer Mutter zum Kind. Vorurteile gegen die Erkrankten erschwerten es lange Zeit, mit dieser Diagnose offen umzugehen, und führten zu gesellschaftlicher Stigmatisierung. Unter anderem hielt sich lange die völlig falsche Meinung, dass Aids nur unter Homosexuellen verbreitet sei.

Alphabet City
Ein Stadtteil im New Yorker East Village. Früher die Heimat vieler Immigranten ist es heute ein Szeneviertel und in Rent die Heimat von Mark und Roger.

AZT
»Azidothymidin«, ein Medikament, das den HI-Virus hemmen und die Symptome verringern soll. Es wurde 1987 als erstes helfendes Medikament gegen AIDS etabliert. Bis heute ist AIDS jedoch nicht heilbar.

Bohème
Eine Subkultur, die vor allem unter Künstlern verbreitet ist. Sie nimmt ihren Antrieb aus dem Drang nach kreativer Entfaltung, Selbstfindung und Individualität und richtet sich darin gezielt gegen bürgerliche Konventionen. Das Finale des 1. Akts von Rent »La Vie Bohème« ist ein gutes Beispiel dafür und benennt zahlreiche Künstler und Aktivisten, die für die Ideale der Bohème stehen. Viele Personen in Rent, z.B. Mark und Roger, stehen für diese leidenschaftliche Zuwendung zur Kunst, auch wenn diese ihnen keine finanzielle Sicherheit bietet, wohingegen ihr ehemaliger Freund Benny dieses Leben aufgegeben hat.

Musettas Walzer
Eine Arie aus Puccinis Oper »La Bohème«. Maureen zitiert in »Lass mich oder verlass mich« teilweise daraus (Musetta ist die Vorlage für den Charakter Maureen) und Roger verarbeitet das musikalische Thema von Puccini in seinem Song für Mimi (»In dir«).

Aus dem Blog

Beiträge zu Rent

Alle Beiträge →
Hintergrund
Hintergrund20. Juni 2013

Wie wird eigentlich entschieden, wo die Premiere stattfindet?

Gestern und heute war eine der am häufigsten gestellten Fragen an uns, wie eigentlich der Umzug in die Stadthalle – trotz der scheinbar optimalen Wetterbedingungen – zustande kam:

Weiterlesen →
Hintergrund
Hintergrund19. Juni 2013

Produktionstagebuch: »Rent« 2013

Eine Woche früher ins Rosengärtchen, Proben auf der großen Freilichtbühne, ein Generalprobentag bei über 35 Grad und die bange Frage nach dem Wetter – »Rent« 2013 von den ersten Aufbautagen bis zum Abbau.

Weiterlesen →
Hintergrund26. Mai 2013

»Rent«: Wie misst man ein Jahr?

Sieben Jahre schrieb Jonathan Larson an einem Musical über das Leben im Angesicht des Todes – und starb in der Nacht vor der ersten Vorstellung, mit 35. Wie aus Puccinis »La Bohème« die Rockoper RENT wurde und warum ihr berühmtester Satz lautet: »No Day But Today«.

Weiterlesen →
Aus dem Archiv

Weitere Produktionen

Unser Archiv →
Unterstützt von