2019 Joseph and the Amazing Technicolor Dreamcoat

Mit diesem Musical fing 1979 alles an: Peter Merck gründete die Musicalgruppe der Goetheschule Wetzlar und brachte das Erstlingswerk von Andrew Lloyd Webber (»Cats«, »Phantom der Oper«, »Evita«) und Tim Rice (»Evita«, »Der König der Löwen«, »Chess«) als deutsche Erstaufführung auf die Bühne. 2019 zeigen wir fast 40 Jahre später eine neue Produktion dieses Musicals für die ganze Familie.

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1980: Gastspiel mit Joseph in Büdingen

1980: Gastspiel mit Joseph in Büdingen

Die biblische Geschichte von Joseph und seinem vielfarbigen Mantel wird in diesem Musical zu modernem Leben erweckt. Joseph, Lieblingssohn seines Vaters, ist mit prophetischen Träumen gesegnet. Von seinen eifersüchtigen Brüdern als Sklave nach Ägypten verkauft, muss Joseph eine Reihe von Abenteuern und Herausforderungen bestehen. Als der Pharao von Josephs Fähigkeit zu hellseherischen Träumen erfährt, steigt dieser zu Ruhm und Ehre auf. Unerkannt begegnet er seinen Brüdern wieder, die sich dem von ihnen Betrogenen bettelnd zu Füßen werfen. Nachdem sich Joseph zu erkennen gegeben hat, kommt es zu einer anrührenden Wiedervereinigung der Söhne Israels. Lloyd Webber hat in diesem Werk alle Register gezogen und eine Musik geschrieben, die Country- und Western-Elemente ebenso umfasst wie Calypso und Rock’n’Roll.

Hintergrund

Im Sommer 1967 beauftragte der Musiklehrerer Alan Doggett von der Londoner Colet Court School (seit 2016 »St Paul’s Juniors«), eine Grundschule für Jungen von 7 bis 13 Jahren, bei Tim Rice (damals 24 Jahre) und Andrew Lloyd Webber (20Jahre) ein 20-Minütiges Werk zur Aufführung mit dem Chor der Schule zum Jahresabschluss. Zuvor hatten beide bereits mit Doggetts unterstützung „The Likes of Us“ geschrieben, das allerdings scheiterte und erst 2005 zur Uraufführung kam.

Auf der suche nach einem geeigneten Stoff für ein „pop cantata“ stieß Rice in einem Buch mit Bibelgeschichten für Kinder auf die Geschichte von Joseph und seinen Brüdern. Beide machten sich sofort daran, das kurze Werk von Rund 20 Minuten länge zu schreiben. Die Eltern, vorwiegend Mütter, die am 1. März 1968 in die großen Halle der Colet Court School kamen hatten keine großen Erwartungen und waren umso erstaunter. Neben 200 Schülern stand ein Orchester aus Musikstudenten, die regional bekannte band „The Mixed Bag“ und einige Solisten auf der Bühne, die Tim Rice aus seinem Job beim Musikverlag EMI kannte. Sofort im Anschluss an das erstaunliche Konzert verlangten die Anwesenden ein zweites Konzert, welches kurz darauf angesetzt wurde.

Nach diesem zweiten Konzert nahm der Musikverlag Novello das Werk unter Vertrag und zahlte einen Vorschuss von 105 Pfund. Unter den anwesenden Eltern war ein Musikkritikern der Sunday Times, der das Werk in höchsten Tönen lobte und so kam es sowohl zu einem Plattenvertrag mit Decca Records als auch einer einer dritten Aufführung in St Paul’s Cathedral im November 1968, bei der das Werk bereits 35 Minuten lang war.

Anfang 1969 erschien bei Novello die Noten- und Textausgabe als drittes Werk in der Reihe der Pop Cantate nach dem Alten Testament. Bereits im Sommer 1968 hatte Decca Records das Werk aufgenommen und 1969 erschien die Aufnahme mit David Daltrey als Joseph, Tim Rice als Pharao, den Mitgliedern von The Mixed Bag als weitere Sänger und dem Chor von Colet Court. William Lloyd Webber spielte auf dieser Aufnahme die Hammond-Orgel.

1970 gab es die ersten Aufführungen des Cantate in den USA und im August und September 1972 die erste inszenierte Aufführung unter der Regie von Frank Dunlop durch die Young Vic Theatre Company beim Edinburgh International Festival mit Gary Bond als Joseph, Peter Reeves als Erzähler und Gordon Waller als Pharao. Die Musikalische Leitung übernahm erneut Alan Doggett. Die Vorstellung unter dem Titel „Bible One: Two Looks at the Book of Genesis“ enthielt im ersten Teil sechs „Wakefield Mystery Plays“ mit Musik von Doggett und im zweiten Teil „Joseph and the Amazing Technicolor Dreamcoat“.

Die Produktion kam 1973 für 243 Vorstellungen ins Londoner West End, wo die „Wakefield Mystery Plays“ durch „Jacob’s Journey“ von Ray Galton und Alan Simpson mit Musik von Lloyd Webber und Rice ersetzt wurde. Diese Musik wurde schließlich zu großen Teilen in eine länger Fassung von Joseph übernommen und diese neue Form für alle weiteren Aufführungen, bis das Stück schließlich für eine neue Produktion London 1991 erneut überarbeitet wurde.

Die erste Produktion in Deutschland zeigte im Januar 1980 die Musicalgruppe der Goetheschule Wetzlar im Forum des Schulzentrums an der Frankfurter Straße.