London 1885. Unerklärliche Morde erschrecken die Gesellschaft in der ganzen Stadt. Was verbindet den brillant Wissenschaftler Jekyll mit dem zwielichtigen Edward Hyde? Symphonische Klänge und eingängige Melodien machten die spannende Geschichte um “Gut oder Böse” zu einem der erfolgreichsten Broadway-Musicals.
Der junge Arzt Dr. Jekyll verfolgt am Tage ehrgeizige wissenschaftliche und soziale Ideale: Er glaubt, das Gute und das Böse im Menschen trennen zu können, doch seine Kollegen sind entsetzt von diesen Plänen und verbieten ihm Versuche mit Patienten des St. Jude Hospitals. Um seine Theorien zu beweisen, experimentiert er nachts heimlich an sich selbst, aber das Böse beherrscht ihn bald. Es verselbstständigt sich als „Mr. Hyde“ und lässt ihn die arrogante Londoner Gesellschaft mit List und Mord bekämpfen.
Der seltsame Fall von Dr. Jekyll und Mr. Hyde berührt einen alten Menschheitstraum: Das Böse zu vernichten, um den »perfekten Menschen« herzustellen. Die Rock-Oper in klassischem Stil erweckt die klassische Novelle von Robert Louis Stevenson aus dem Jahr 1886 zu neuem Leben: Das Musical von Steve Cuden und Frank Wildhorn begann seinen Erfolg 1990 in Texas, kam 1997 an den Broadway und ist seitdem weltweit eines der erfolgreichsten Musicals.
Handlung
Der Arzt und Wissenschaftler Dr. Henry Jekyll verfolgt eine Vision. Wenn es ihm gelänge das Gute und Böse im Menschen zu trennen, voneinander zu isolieren und das Böse letztlich zu vernichten, könnte die Menschheit von Grausamkeit und Gräuel befreit werden. Schon seit Jahren forscht er an einer Chemikalie, welche dies bewerkstelligen soll.Ich muss erfahren
Die Geschichte spielt im London des späten 19. Jahrhunderts. Dort leben Geistliche, Militärs, Kaufleute, Lords und Ladies auf engstem Raum Seite an Seite mit Bettlern, Prostituierten und Kriminellen. Während sich die ‚ehrenwerte‘ Gesellschaft bei Wildbret und Wein amüsiert und ihre Intrigen spinnt, findet draußen vor den Mauern der Kampf ums nackte Überleben statt.
Um seine Studien erfolgreich zu Ende bringen zu können, benötigt Jekyll das Wohlwollen der Vorstandsmitglieder des St. Judes Hospitals, seiner Arbeitsstelle. Diese sehr einflussreichen Würdenträger Londons beobachten seine Arbeit kritisch und halten seine ungewöhnlichen Theorien und Forschungsansätze für gefährlich. Auf seine Bitte ihm die Forschung an einem lebenden Menschen zu gewähren, reagieren sie entsetzt. Jekyll ist verzweifelt.
Noch am selben Abend findet die Verlobungsfeier von Henry Jekyll und seiner großen Liebe Lisa Carew, der Tochter des sehr einflussreichen Sir Danvers Carew, statt. Jekyll, wieder einmal durch seine Studien abgelenkt, versäumt es rechtzeitig zu erscheinen und bestärkt so einmal mehr die Abneigung der feinen Gesellschaft. Als Jekyll schließlich erscheint bekräftigen er und Lisa erneut ihr Bekenntnis zueinander. Nimm mich wie ich bin

Bis spät in die Nacht feiern Jekyll und sein bester Freund Utterson den Junggesellenabschied in den zwielichtigen Bezirken der Stadt. Ihr Weg führt sie eher zufällig in die „Rote Ratte“, eine Hafenkneipe. Trotz des rauen Ambientes und den warnenden Worten seines Freundes amüsiert sich Jekyll prächtig mit der Prostituierten Nellie. Kurz bevor er eine Dummheit begeht, beginnt die Show von Lucy Harris, einer gestrauchelten Sängerin, welche ihn ganz und gar in seinen Bann zieht. Schafft die Männer ran
Jekyll und Lucy kommen ins Gespräch. Er gibt ihr seine Visitenkarte mit der Aufforderung sich an ihn zu wenden, wenn sie Hilfe benötigt. Lucy’s Zuhälter Spider ist allerdings ganz und gar nicht begeistert von dem entgangenen Geschäft und lässt sie seine Unzufriedenheit spüren. Nellie tröstet Lucy und sie sprechen sich gegenseitig Mut zu. Lucy äußert die Hoffnung, eines Tages ein besseres Leben führen zu können, aber Nellie hat sich bereits ihrem Schicksal ergeben und erklärt Lucy, für sie beide werde sich nichts ändern. Mädchen der Nacht
Jekyll ist schon wieder ganz in seine Arbeit vertieft. Er ist bereit den entscheidenden Schritt zu gehen, und die Droge an sich selbst auszuprobieren. Dies ist die Stunde. Jekyll injiziert sich das Mittel. Die Situation gerät außer Kontrolle. Unter schrecklichen Schmerzen verwandelt er sich in Edward Hyde. Dieser verkörpert das Böse in Jekyll und übernimmt die Kontrolle über dessen Körper. Die Verwandlung
Daraufhin verlässt er das Labor und läuft durch das nächtliche London. Er ist auf der Suche nach Lucy. Er findet sie in ihrem Zimmer und vergewaltigt sie. So lebendig
Das Mittel, mit dem sich Jekyll in Hyde verwandelt hat, ist nicht dauerhaft. Nach der Rückverwandlung stürzt sich Jekyll wie besessen in seine Arbeit und forscht weiter. Er ist sich noch nicht wirklich darüber im Klaren, was mit ihm geschieht. Nichts als seine Arbeit
Als Jekyll einmal mehr in seine Arbeit vertieft ist, meldet ihm sein Butler Poole die Ankunft von Lucy Harris. Sie berichtet Jekyll von Hydes Überfall. Jekyll ist schockiert und verarztet sie. Mitgefühl, Zärtlichkeit
Die Umsicht und Zärtlichkeit von Jekyll sind für Lucy ein völlig neues Gefühl, und Lucy überlegt, ob es für sie und Jekyll eine Zukunft geben könnte. Jekyll wird währenddessen von Entzugserscheinungen geplagt. Er injiziert sich eine neue Dosis der Droge. Jemand wie du
Kurz darauf trifft sich der Bischof von Basingstoke im Park mit der Prostituierten Nellie. Der wieder zu Hyde transformierte Jekyll beobachtet sie und setzt dem scheinheiligen Leben des Bischofs ein Ende. Nellie flieht in Panik. So lebendig – Reprise
Edward Hyde nimmt Rache an seinen Feinden, dem Vorstand des St. Jude Hospitals. Seine Kreativität bei der Ausübung des blutigen Handwerks kennt keine Grenzen. Ganz London stockt der Atem im Angesicht dieses Grauens. Mörder, Mörder

Lisa erscheint unangemeldet bei Jekyll, außer sich vor Sorge. Er ist nicht anwesend. Ein Blick in seine Unterlagen eröffnet ihr Einblick in seine Gedankenwelt, aber Jekyll überrascht sie und reagiert aufgebracht. Sie appelliert an seine Liebe. Er schweigt. Da war einst ein Traum
Obwohl Lisa und Lucy sich noch nie begegnet sind, verbindet sie doch ihre Liebe zu Henry Jekyll.

Jekyll ist immer weniger in der Lage die Verwandlungen zu kontrollieren. Als Hyde statteter Lucy einen Besuch ab. Obwohl sie ihn abstoßend findet, geht eine Faszination von ihm aus. Es geschieht, was geschehen muss. Gefährliches Spiel
In einer seiner wenigen klaren Momente erteilt Jekyll seinem Freund Utterson den Auftrag, Lucy vor Hyde zu warnen. Für sie ist es allerdings zu spät, sie ergibt sich ihrem Schicksal. Hyde tötet sie.
Von Schuldgefühlen getrieben, sagt sich Jekyll von der Droge los. Hyde versucht dies zu verhindern und es kommt zum Kampf. Jekyll triumphiert. Konfrontation
Einige Zeit später. Jekyll, der seinen Forschungen entsagt hat, und Lisa stehen kurz vor ihrer Trauung. Die tot geglaubte Bestie erwacht, nach langer Ruhe, ein letztes Mal…
Ensemble
Dr. Jekyll & Mr. Hyde: Antonio Sasso / Jens Ravari
Lisa Carew: Lucia Komesker / Alicia Burgos Torres
Lucy Harris: Ada Wiedermann-Gralla / Svenja Göbel
Utterson: Carol-Maria Machura / Robin Lautenbacher
Sir Danvers Carew: Cornelius Schreiber
Lady Beaconsfield: Farah Woditschka / Flavia Hirschfelder
Mr. Simon Stride: Damian Schaefer
Lady Savage: Lydia Weide
General Glossop: Anna Ruppik
Der Bischof: Lukas Friedrich
Lady Proops: Felizitas Schulz
Miss Annabelle: Marsella Casanova
Miss Margarete: Julia Burghardt
Miss Caroline: Sarah Müller
Nellie: Jennifer Paroci / Lisa Zipp
Denise: Laura Grundmann
Chantalle: Franziska Ritz
Spider: Carol-Maria Machura / Robin Lautenbacher
Spike, Räuber: Flavia Hirschfelder / Farah Woditschka
Stryker, Räuber: Janika Koch
Constabler Miller: Wiebke Dross
Deputy Smith: Tanja Müller
Mary, Feldsergeantin: Julia Burghardt
Patty, Feldscher: Therese Grün
Pfarrer: Peter Merck
Zeitungsmädchen: Alice Caetano
Mrs. Kent, Bürgerin: Jacoba von der Recke
Rick, Bettler: Jennifer Moser
Turner, Bettler: Mark Wiedermann-Gralla
Poole, Butler: Alexander Martz
James, Butler: Therese Grün
Das Böse: Sarah Strunk / Theresa Gehring / Lisa Klingelhöfer
Orchester
Manuela Bellof, Bettina Kühn (Violine)
Lukas Weberling (Viola)
Anita Schuetrumpf (Cello)
Berit Krohn, Laura Kreiling (Flöte)
Elisabeth Böttcher (Klarinette/ Alt-Saxophon/ Bassklarinette)
Bernhard Kaeufer (Fagott)
Peter Klotz, Alexander Deych (Trompete)
Jan-Philipp Hofmann (Posaune)
Saskia Laun, Daniel Keiner, Laurens Berthold (Keyboard)
Laurens Berthold (Bariton-Saxophon)
Christian Ziegler (E-Bass)
Silas Jakob (Percussion)
Robert Fischer (Schlagzeug)
Technik
Technische Leitung: Kai Offenbach und Sören Krohn
Licht: Sören Krohn, Merlin Bähr
Ton: Kai Offenbach, Erik Offenbach, Moritz Feuerbach
Ausstattung
Bühnenbild: Jaqueline Rudolf, Anne Schmitt, Nadja Nickel, Annika Honold, Alexander Richter
Kostüme: Farah Woditschka
Maske & Frisuren: Flavia Hirschfelder, Lisa Köpge und Johanna Rühl
Kreativteam
Regie: Martin Schmidt
Regie Assistenz: Theresa Frey
Musikalische Leitung: Martin Niklas Spahr
Vocal Coach: Julian Goletzka
Choreographie: Theresa Gehring
Projektleitung
Produktionsleitung: Katharina Karl, Christian Ziegler, Edgar Grundmann
Produktionsassistenz: Michel Honold




Die Fotos von der Vorstellung sehen so Professionell aus. Das sollten sich andere Schulgruppen mal anschauen, wenn sie behaupten, ungerecht beurteilt zu werden, was ihre Leistung angeht!
Zuerst ein wenig, warum ich dachte, dass ‘Jekyll und Hyde’ schlecht sein würde:
Ich habe das Musicals ‘Footloose’ in der Goetheschule gesehen und war sehr enttäuscht. Es war einfach nur schlecht. Seltsammes abspacken auf der Bühne, dass im Programm als ‘Tanzen’ bezeichnet wurde.
Von Stephen Sondheims ‘Assassins’ hatte ich gehört, dass es ein ernstes und seriöses Musical sei und die Gießener Allgemeine schreib, dass es eine gelungenen Inszenierung mit guten Darstellern sei. Ich ging hin (war ja auch günstig) und war sehr enttäuscht. Die Darsteller wirkten unmotiviert und lagen oft neben den Tönen.
Zu Bat Boy ging ich nicht hin, weil ich schon die Synopsis im Festspiel Programm seltsam fand.
Bei ‘Jekyll und Hyde’ dachte ich nicht mal mehr daran hinzugehen und war überrascht, dass es schon eine Woche vor der Premiere ausverkauft war (stand zumindest in der WNZ). Die Kritiken waren sehr positiv und am Wochenende vor der letzten Vorstellung überzeugte mich eine Freundin hinzugehen. Bei der Vorstellung am 09. stand ich erst vor der Goetheschule um dann festzustellen, dass die Vorstellungen in diesem Jahr im Bürgerhaus Büblingshausen waren. Ich kam eine halbe Stunde vor der Vorstellung erst da hin und es gab keine Karten mehr. Am nächsten Tag hatte ich mehr Glück (ich war einfach zwei Stunden vor der Vorstellung da) und bekam noch zwei Karten für die wieder ausverkaufte Vorstellung.
Die Vorstellung hat mich absolut nicht enttäuscht, die Story war gut und stimmig, das Stück schnell und flüssig ohne eine Minute Langeweile und die Sänger der Hauptrollen gut. Nur bei ein paar Nebenrollen war die Qualität eher nicht so toll aber das verzeihe ich einer Schulgruppe, die ja niemanden verbieten kann auf die Bühne zu kommen.
Das war die 9€ absolut wert! Wie hier schon andere schrieben ist der Saal eher suboptimal und zerstört viel der Atmosphäre aber auch das kann man verzeihen.
Ich fand Jekyll & Hyde voll toll (hab eure Premiere gesehen)!
Die Vorstellung am 09.07. hat mich wirklich für das Musical Jekyll & Hyde begeistert. Die Inszenierung ist stimmig, die Darsteller gut, auch wenn es keine Profis sind, was man aber nur an wenigen Stellen merkt.
Nicht so gut ist aber der Rahmen, der nicht ganz zur gelungenen Vorstellung passt: Dieses Bürgerhaus ist mit seiner Enge und seiner Atmosphäre absolut unangemessen schlecht für ein solches Musical.
Ich hoffe daher immer noch auf eine Wiederaufnahme dieser Produktion in einem echten Theater oder zumindest in der Wetzlarer Stadthalle.